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Gerhard MarcksFrau mit Säugling, 1919Gerhard MarcksLiegende Kuh, 1924 |
Bauhaus
Die Zeit am Bauhaus (1919 bis 1925)
Ab 1919 wird Gerhard Marcks Lehrer am Weimarer Bauhaus. Architekt Walter Gropius beruft ihn zum künstlerischen Leiter der Keramikwerkstatt in Dornburg und seitdem verantwortet er die Ausbildung der Keramiker. Der Leitgedanke des frühen Bauhauses (bis 1923) liegt auf der Verbindung von Kunst und Handwerk. Ausgehend von den traditionellen Vorbildern werden dort einfache Formen, die aus klar gegliederten Bestandteilen aufgebaut sind, für eine spätere Serienproduktion erprobt.
Meist sind die Motive, ebenso wie bei seinen gleichzeitig entstehenden Holzschnitten und Skulpturen, der ländlichen Umgebung und bäuerlichen Arbeitswelt entnommen. Kritisch und intensiv setzt sich Marcks mit den Kunstströmungen auseinander, mit denen er am Bauhaus in Berührung kommt: mit Kubismus, Expressionismus und Abstraktion, mit der Kunst der Naturvölker und der frühen Hochkulturen. Er bewundert seine Kollegen Paul Klee und vor allem Lyonel Feininger, von dem er entscheidende Anregungen für den Holzschnitt erhält. Seine Figuren, sehr häufig als „Urbilder“ oder „Idole“ aufgefasste Mütter mit Kindern, formt und schnitzt er überwiegend aus Ton und Holz. Eine Anzahl von Skulpturen aus Holz ist damals entstanden, die zu seinen bekanntesten und bedeutendsten Werken gehören und dem späten Expressionismus zuzurechnen sind. Die Skulpturen sind betont kubisch oder betont flächig angelegt, bis hin zum Relief.