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Feininger & Marcks

Tradition aus dem Bauhaus

23. Januar bis 25. April 2011

Zwei internationale Künstlerpersönlichkeiten, ein vielfältiges Beziehungsgeflecht, eine einzigartige Ausstellung: Den Maler Lyonel Feininger (1871-1956) und den Bildhauer Gerhard Marcks (1889-1981) verband eine langjährige Freundschaft, beide erwiesen sich dabei als kritische Beobachter des jeweils anderen Œuvres. In der Gegenüberstellung von Malerei, Plastik und Grafik (132 Exponate) verdeutlicht die Schau ihre gemeinsame Vernetzung in der Kunstentwicklung vom deutschen Spätexpressionismus bis hin zu den Abstraktionstendenzen der 1950er Jahre.

„Maß“ - halten, ein Schlüsselbegriff von Gerhard Marcks, mit dem er seine Vorstellungen von Verhältnismäßigkeit und innerer Formgebundenheit zusammenfasste, trifft auch auf die Werke Lyonel Feiningers zu. Oder, wie es letzterer formulierte: „Die einfachste Form für einen andauernd gültigen Bildausdruck erreichen“.

Lyonel Feininger und Gerhard Marcks hatten sich 1919 am Staatlichen Bauhaus in Weimar kennen gelernt, wo sie als Formmeister von Druckerei und Töpferei tätig waren. 1925 trennten sich ihre Wege. Marcks ging an die Burg Giebichenstein in Halle, Feininger zog mit dem Bauhaus nach Dessau. Feiningers Besuche während seiner Arbeit am Hallezyklus 1929 bis 1931 sowie beider Aufenthalte in Berlin seit 1932/33 boten Anknüpfungspunkte. Für beide wurde die Ostsee seit der Mitte der 1920er Jahre zu einem künstlerisch inspirierenden Rückzugsraum.

1937 siedelte Lyonel Feininger nach New York um. Gerhard Marcks verbrachte die Phase des Kriegs an der Ostsee sowie in Berlin. Seit 1950 lebte er in Köln. Beide eroberten den amerikanischen Kunstmarkt. Ein Zentrum bildete dabei der Kunsthändler Carl Valentin in New York, der beide Künstler ausstellte. 1948 setzte ein regelmäßiger, bis zum Tod Feiningers geführter Briefwechsel zwischen den beiden ein.
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