Facebook Suchen   


Nach der Natur.Strategien der Natur in der zeitgenössischen Bildhauerei

21. September bis 04. Januar 2015



Die Ausstellung »Nach der Natur« zeigt einen besonderen Aspekt der Auseinandersetzung mit Natur. Sie geht dabei der Frage nach, wie sich Bildhauer Natur zunutze machen, welche Strategien der Natur entlehnt werden und in den künstlerischen Prozess einfließen?

Die Finnin Anne Koskinen (geb. 1969) geht von einer maximalen Naturnähe aus, wie sie die Bildhauerei durch das bewusste Einbeziehen des Naturabgusses sucht. Ihre Arbeiten stellen auf eindringliche Weise die Frage nach der Präsenz der im Abguss eigentlich doch nicht mehr vorhandenen Natur. Dem Versuch, das in der Natur vorhandene Wachsen und Vergehen, kurz das Prozessuale, in das statische Medium der Skulptur zu überführen, widmet sich Reiner Maria Matysik (geb. 1967). Der in Braunschweig am „Institut für biologische Plastik“ lehrende Künstler entwickelt biomorphe Skulpturen, die die Frage nach einer von Menschenhand gelenkten Evolution aufwerfen. Daran schließt direkt die Gruppe der Verfremdung sowie die der Abstraktion an. Hybride, Chimären, Mischformen zwischen Natur und Kunst finden sich im Werk des Düsseldorfers Martin Schwenk (geb. 1960), während das Künstlerduo Thomas & Renée Rapedius (geb. 1973 und 1975) in der Natur vorhandene Formen herauslöst und abstrahiert. Das bildhauerische Konzept der beiden in Berlin arbeitenden Künstler lässt sich als ein Herausarbeiten von Ähnlichkeiten und Differenzen beschreiben, als ein Herantasten an archetypische (Natur)Formen und einer damit verbundenen Suche nach plastischen Urformen.


Bildunterschrift oben: Reiner Maria Matysik, Cloud and child, 2014, Kunststoff, Copyright: VG Bild-Kunst, Bonn 2014


Beitrag im Nordwestradio von Inken Steen