Uwe Schloen

"Der Wagen, die Bude, das Bett"

11. März bis 30. April 2010

„Kultur vor Ort“ ist aus einer Initiative Gröpelinger Bürger entstanden und fördert als gemeinnütziger Verein vielfältige Kultur- und Kunstprojekte im Stadtteil. In Zusammenarbeit zwischen „Kultur vor Ort“ und dem Gerhard-Marcks-Haus entstehen im Atelierhaus Roter Hahn Ausstellungen zeitgenössischer Bildhauerei. Der Künstler Uwe Schloen arbeitet mit Silikon und zeigt mit seiner Installation „Der Wagen, die Bude, das Bett“, wie diese Gegenstände über das Material verfremdet werden. Silikon kreiert Distanz, manchmal sogar Ekel, Schönheit und Transparenz. Er zaubert eine fremde Welt, die man dennoch sofort versteht. Es geht dem Künstler nicht darum, das Leben mit Einkaufswagen, Bude und Bett zu ästhetisieren – zu zeigen, als sei es eigentlich ganz schön – sondern darum, ein adäquates Bild zu schaffen.


Das Fundament der Kunst

Die Skulptur und ihr Sockel in der Moderne

07. März bis 30. Mai 2010

Funktioniert die Skulptur auch ohne Unterbau, oder wird sie erst gemeinsam mit diesem zum Kunstwerk? Eine Antwort gibt diese Ausstellung, die sich erstmals umfassend mit der Entwicklung des Bildhauersockels seit Ende des 19. Jahrhunderts bis heute befasst und seine Funktion in der Moderne beleuchtet. Am Anfang steht, wie so oft in der modernen Bildhauerei, Auguste Rodin (1840-1917), der ihn abschaffen wollte. Die nächste Generation (Hans Arp, 1886-1966, Alberto Giacometti, 1901-1966) bezog ihn ein und machte keinen Unterschied zwischen Plastik und Sockel. Eine wiederum jüngere Generation (Stephan Balkenhol, *1957, Sylvie Fleury, *1961, Jonathan Meese, *1970) nahm ihn auf die Schippe und seitdem ist es Künstlern möglich, Objekte der Alltagswelt zur Kunst zu erklären. In über 40 Exponaten von 30 Künstlern begegnen sich in einem weit verzweigten Parcours Figur und Sockel auf erhabene oder profane Weise – augenzwinkernd, kontrovers oder in trauter Harmonie.


Gerhart Schreiter

Zum 100. Geburtstag

22. November bis 21. März 2010

Am 20. August 2009 wäre Gerhart Schreiter, dessen Nachlass sich seit zwei Jahren im Gerhard-Marcks-Haus befindet, 100 Jahre alt geworden. Er hinterließ seine Spuren in Berlin und Bremen. Er war kein Pionier, noch zählte er zur Avantgarde. Aber er war empfänglich für Neuerungen und besaß ein ausgesprochenes Formgefühl, so dass seine Werke als modern zu werten sind. Als Lehrer an der Staatlichen Kunstschule Bremen prägte der 1974 verstorbene Bildhauer für knapp 20 Jahre die Kunstlandschaft der Hansestadt. Sein Lebenswerk wird in einer Auswahl typischer Themen und Werke gewürdigt.


Ellen Mäder-Gutz

bella donna

10. März bis 06. Juni 2010

Hier zeigt das Gerhard-Marcks-Haus zeitgenössische Positionen. Auf kleinstem Raum kann hier eine eigenwillige und besondere Werkgruppe zu großer Wirkung kommen. Der Besucher schnuppert ein wenig Atelierluft und stillt seine Neugier an Neuem.

Die Bildhauerin Ellen Mäder-Gutz zeigt im Pavillon des Gerhard-Marcks-Hauses kleine und große Steine aus Speckstein. Sie erinnern an Blumen und Pflanzen, sind aber vor allem einfache Formen, welche die besondere Qualität des Materials, dem Glanz und den eigentümlichen Eindruck, gleichzeitig hart und weich zu sein, betonen. Die Objekte, die eine fast beiläufige Erotik ausstrahlen, hängen an der Wand im Pavillon und evozieren eine Atmosphäre sinnlicher Präsenz und den Wunsch des Berührenswollens.


Dornburg und umzu

Gerhard Marcks, 1920-1925

04. April bis 30. Mai 2010

Gerhard Marcks (1889-1981) gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Staatlichen Bauhauses in Weimar. Er leitete dort zwischen 1920 und 1925 als Formmeister die Töpferwerkstatt. Diese befand sich nicht in Weimar selbst, sondern in Dornburg an der Saale, wo sich mit Max Krehan (1875-1925) ein kundiger Handwerksmeister und eine geeignete Werkstatt gefunden hatten. Gerhard Marcks arbeitete in dieser Zeit vorwiegend in Holz. Neben den Skulpturen entstand eine große Anzahl von Holzschnitten sowie Zeichnungen, deren Motive die ländliche Umgebung widerspiegeln. Die in der Dornbuger Zeit geschaffenen Werke von Gerhard Marcks rechnet man wie das frühe Bauhaus dem späten Expressionismus zu, obwohl der Bildhauer selbst sich von dieser Kunstrichtung distanzierte.

Berühmt unter den Zeichnungen ist das "Dornburger Skizzenbuch", das von 1920 bis 1923 entstand. In farbigen Stift- Feder- und Pinselzeichnungen sammelte er in ihm Eindrücke und Erlebnisse aus der Umgebung. Teils eingeklebt, teils direkt in das Buch gezeichnet, schuf er mit dem Skizzenbuch ein liebevolles Porträt der Menschen und Landschaften an der Saale. Der Stil der Zeichnungen verbindet dabei abstrakte, ornamentale und auch naive Tendenzen. Wie in der Plastik war Marcks auch in diesen Landschaftsbildern um das Finden einer klaren Struktur bemüht.


Ilka Rautenstrauch

Zwischenblau

16. Juni bis 05. September 2010

Die Bildhauerin Ilka Rautenstrauch arbeitet ihre figürlichen Skulpturen aus Pappelholz. Es sind menschliche Wesen, die aus dem soliden Holzsockel herauswachsen, auf übergroßen, grob gearbeiteten Füßen stehen. Die Gesichter haben keine individuellen Merkmale und zeigen keine Gefühlsäußerungen. Sie blicken stoisch und rufen doch emotionale Reaktionen hervor. Bei ihren neusten Arbeiten konzentriert sie sich ganz und gar auf geometrische Körperformen und farbige Flächen. „Zwischenblau“ betitelt die Bremer Künstlerin ihre Ausstellung im Pavillon des Gerhard-Marcks-Hauses. Dort präsentiert sie zwei Figuren („Blaue Figur“ und „Figur mit blauen Füßen“) und setzt diese mit einer Kugelschreiber-Wandzeichnung in Korrespondenz. Fragmente aus dem mit feinen, unzähligen Kugelschreiberstrichen bemalte Rücken der „Figur mit blauen Füßen“ werden ganz bewusst auf die Raumwand übertragen. Durch die Strichanhäufungen werden teils verdichtete und teils aufgelockerte Flächen gebildet - es entstehen unbekannte Zwischenräume. Das „Zwischenblau“ lässt den Betrachter in einen „Raum im Raum“ eintauchen.
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Es geht ans Eingemachte

Mensch begegnet Figur

13. Juni bis 05. September 2010

Das Gerhard-Marcks-Haus präsentiert vier zeitgenössische Bildhauer, die Figuren kreieren, die direkt und unmittelbar an Menschen erinnern – mit seinen Stärken und Schwächen. Die monumentalen sowie lebensgroßen Figuren evozieren Mitgefühl, Irritation, aber auch Ablehnung. Für alle vier Künstler gilt, dass sie sich auf sehr unterschiedliche Weise dem Thema Empathie nähern. Die Unterschiede der Werke sind sowohl auf ästhetischer als auch auf formaler Ebene frappant. Beton trifft auf Eisen, Porträthaftigkeit auf Typisierung, alltägliche Bekleidung auf Nacktheit, Stehen und Sitzen auf gespannte Energie und Kraft.

Ausstellende Künstler: Christina Doll (*1972), Iris Kettner (*1968), Jan Ketelaar (*1958) und Markus Keuler (*1969).

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zwei Essays und Interviews mit den Künstlern zum Preis von 23,- Euro.
Die Podcasts zur Ausstellung können Sie jetzt auch online hören unter kulturg.u.t.
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Skulptur sucht Schule

Prometheus

23. Juni bis 05. September 2010

In Kooperation mit "Kultur vor Ort e.V." in Bremen-Gröpelingen entwickelte das Gerhard-Marcks-Haus das Projekt: "Skulptur sucht Schule" und bringt Kunst aus dem Museum in den Stadtteil, in die Schule. Drei Monate stand Im Foyer der Gesamtschule West Gerhard Marcks' Bronzeplastik "Prometheus und der Zeus- Adler". Das Kunstwerk ist in der Kunstgeschichte und europäischen Bildung fest verankert, aber für Jugendliche ist es vor allem eine eigentümlich brutale Darstellung eines Adlers, der auf einem liegenden Mann steht. Die traditionelle museumspädagogische Herangehensweis würde die Figur erklären, hier ging es darum, dass die Schüler aus Neugier über das Objekt Inhalte selber entdecken, recherchieren und kommunizieren. Die Ausstellung auf der Empore des Gerhard-Marcks-Hauses zeigt erste Ergebnisse des Dialogs.

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